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100 Jahre EAV – das Böse ist Immer und Überall
100 Jahre Eav – ein orakelndes Methusalemkomplott? – Nein, das ist keine leere Drohung, sondern ein gnadenloses Versprechen! Genau genommen gibt´s die chlorbleichen Sieben zwar erst 9.999 Tage; aber nachdem diese keine runde Summe ergeben und die Combo für ihren Hang zur Übertreibung und zum Größenwahn wohlbekannt ist, hat sie unter ihrem Dauermotto „wir sind uns keiner Geduld bewusst“, das ganze ein wenig aufgerundet.
Außerdem: Wer so lange in einer extrem De-Formation überlebt, ist sowieso unsterblich.
Dass auf dieser Doppel-CD nur ein karges Segment der geballten EAV- Schaffenskraft Platz findet, ist in gleichem Maße klar wie schade, doch welcher Endverbraucher könnte sich in Hartz-IV-Zeiten schon eine 10-fach-CD leisten?
Selbstsingend, dass sich alle Breiten–Hits (natürlich neu produziert) von „Banküberfall“ und „Küß´ die Hand schöne Frau“ über „Copacabana“ oder “Märchenprinz“ bis „Drei weiße Tauben“ auf diesem Doppelsilberling befinden. Doch auch spektrumserweiternde, unverzichtbare Schmankerl wie „S´Muaterl“, der „Kerkermeister“ oder der „Tschernobyl-Burli“ sorgen für den inhaltlichen EAV-Tiefgang.
Jubel! Yes, EAV is back - mit vier neuen Songs im Gepäck:
- Zum 1. Song der neuen Werke - USA-God bless America -meinte der Spiegel, die österreichische Kultgruppe Erste Allg. Verunsicherung rücke der Supermacht USA, wie folgendermaßen formuliert zu Leibe:
„...die sarkastisch krachende, schwungvoll und eingängig vorgetragene Botschaft ist klar: `und wer nicht Cola drinkt und keine Burger frisst/ ist in jedem Fall a bloody fucking terrorist.../USA, USA bevor uns einer ruft, sind wir schon da...´“
- Außerdem neu, der Titel „Ufo“ - törnen statt turnen/die Jugend bewegt sich doch!
Dass Drogen und Jugendliche selten noch ein so inniges Verhältnis hatten wie heute, das thematisiert der Zeitgeistsong „Ufo“: (...“halluzini-halluzina, ich hab nur einen Traum: ich nagle mir die Birne zu und flieg durch Zeit und Raum...“)
- Zum Song „Popstar“:
„... alles klar, Herr Popstar: hier ist dein Vertrag für einen Tag...“ Von Eintagsfliegen, Kurzkarrieren und enttäuschten Hoffnungen, aber auch vom allgemeinen Casting- und Realitywahn handelt dieses groovende Liedgut-Stück.
„... gehst du mit dem singen baden/friss im Dschungel ein paar Maden/ egal, nur mach es vor der Kamera/ drisch die Zoten, heb die Quoten, oder geh ins Reich der Toten/ die Zeit ist reif, dann bist du zwar steif, jedoch ein Star...“
- Von den Kurzaufsteigern zu den Aussteigern: „Coconut Island“
Ein herrlicher Aussteiger-Song im altbewährten EAV-Schlagerreggae bietet allerei Gelegenheiten, sich seinen verfrühten Lebensabend („...ich möchte einmal um die ganze Welt, aus dem Opferstock kommt das Reisegeld...“) zurecht zu spinnen. Verdient haben sich´s alle, die allgemein verunsichert wirken.
Infos:
Für die Produktion dieses ersten Albums beim neuen Vertragspartner SONY BMG konnte Star-Produzent Peter Ries (u.a. No Angels, Xavier Naidoo) gewonnen werden. Er zeichnet nicht nur für die vier neuen Titel verantwortlich, sondern hat sich auch der EAVschen Tophits aus den letzten Jahren angenommen, um sie in ein zeitgerechtes Musikgewand zu kleiden. Somit können sich Jung und Alt gemeinsam an diesem musikalischen Kunstwerk erbauen. Nachricht vom
16.2.07 00:14
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